Sicherheit der herrschenden Klassen
Wenn dort von Sicherheit geredet wird, meint dies die
Sicherheit der herrschenden Klassen der kapitalistischen Metropolen. Es geht
nicht um die Sicherheit der 800 Millionen hungernden Menschen oder die
Sicherheit von Flüchtlingen vor Kriegen, Hunger und Elend. Im Gegenteil: auf
dieser Konferenz wird geplant, wie sich die selbsternannten HerrscherInnen
dieser Welt den ungehinderten Zugang zu Märkten und Rohstoffen
sichern/erweitern können. Bei diesen strategischen Planungen werden Kriege von
vornherein als eine Weiterführung der Politik mit anderen Mitteln
eingeschlossen.
In diesem Jahr wird das Hauptthema der Krieg gegen den Irak
sein. Und egal wie die EU und Deutschland in diesen Krieg einbezogen sein
werden, sie werden die Situation nutzen, um die Pläne für eigene
Interventionsarmeen voranzutreiben. Durch die Mobilisierungserfolge von Nizza,
Prag, Göteborg und vor allem Genua ermutigt wurde für das letzte Treffen der
Weltkriegselite erstmals der Versuch unternommen eine internationale
Großdemonstration zu organisieren. Das Motto "Von Genua nach München" drückte
die politische Überzeugung des "Bündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz"
aus. Die kapitalistische Globalisierung und deren militärische Absicherung
sind nur zwei Seiten derselben Medaille. Deshalb bezog mensch sich
ausdrücklich auf die Mobilisierungen der sogenannten
Antiglobalisierungsbewegung und stellt die Gegenaktivitäten auch in diesem
Jahr wieder in diesen Zusammenhang.
Trotz der Hetze durch Medien, Stadt und bayerische
Landesregierung und einem dreitägigen totalen Demonstrationsverbot gingen
10.000 Menschen gegen Krieg und Repression auf die Straße und setzten gegen
den Willen der Herrschenden ihr Demonstrationsrecht durch.
Für die Vorbereitung der Gegendemo im Jahr 2003 wurde von
Anfang an versucht, den Widerstand zu vereinheitlichen. Das überwiegend von
antikapitalistischen Kräften getragene "Bündnis gegen die
NATO-Sicherheitskonferenz", bei dem der RSB von Anfang an mitarbeitet, attac
und das Friedensbündnis diskutierten über einen sehr langen Zeitraum
miteinander über die Möglichkeit einer gemeinsamen Mobilisierung. Das Bündnis
stellte immer klar, dass es ein breiter Zusammenschluss unterschiedlicher
Gruppen mit verschiedenen Vorstellungen von Protest und Widerstand ist. "Wir
lassen uns nicht in Gut und Böse spalten, sondern wählen die
Formen unseres Widerstands selbst!" wird auf dem Flugblatt erklärt. Von Seiten
von attac und des Friedensbündnisses wird eingefordert, sich klar von Gewalt
zu distanzieren. Das Bündnis hingegen betont die Einheit des Widerstands und
erklärt, dass die Gewalt vom Staat und seinen Repressionsorganen ausgeht. In
dem Mobilisierungsflugblatt wird klar benannt, was die Ursache für Kriege,
Rassismus, Sexismus, Hunger etc. ist und was es gleichzeitig zu bekämpfen
gilt: die kapitalistische Gesellschaftsordnung. Auch dieser Angriff auf das
bestehende System wird von attac und Friedensbündnis nicht mitgetragen.
Trotzdem gelang es immerhin, ein gemeinsames Demobündnis zu bilden, d.h., dass
die Demonstration selbst von allen Kräften getragen wird.
Wir bedauern natürlich, dass eine gemeinsame Mobilisierung
auch für das Jahr 2003 nicht möglich ist. Aber für uns ist es gerade bei der
Frage Krieg oder Frieden nötig zu verdeutlichen, dass Kriege keine "Fehler"
der politischen Elite sind, sondern eine wesentliche Stütze des Imperialismus
darstellen.
Paul Panther
(weitere Infos unter:
www.no-nato.de)