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 AVANTI

Oktober 2001

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INNEN
Die Labour Party Pakistan (LPP) verurteilt ohne Abstriche die Anschläge vom 11. September

Die LPP verurteilt die Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001 ohne die geringsten Abstriche. Die Ermordung von Tausenden von Lohnabhängigen ist vollständig kriminell und hat mit dem Kampf für eine bessere Welt überhaupt nichts zu tun. Diese Grausamkeit wird vielmehr den Kampf erschweren und den Kräften der kapitalistischen Reaktion helfen.
Massenkämpfe in der Geschichte haben häufig die Tötung von Unterdrückern, Tyrannen, Folterern, etc. beinhaltet. Derartige Aktionen mögen politisch sinnvoll gewesen sein oder nicht. Der Angriff auf das WTC und das Pentagon war aber von grundlegend anderem Charakter. Es war ein genau geplanter Akt des Massenmordes. Die Täter stellten keine politischen Forderungen, sie hatten kein anderes Ziel, als rücksichtslos zu töten und Schmerz, Leiden und Zerstörung zu verursachen. Die Tat zeigte eine erstaunliche Gefühllosigkeit und Brutalität. Unsere Sympathie und Solidarität gilt vollständig den unschuldigen Opfern dieses terroristischen Akts, nicht den Tätern.

Heuchelei

Aber unsere Solidarität mit den Opfern soll uns nicht blind machen gegenüber der absolut atemberaubenden Heuchelei von George W. Bush, Tony Blair, Ariel Sharon und den anderen imperialistischen ProtagonistInnen samt ihrer Lakaien in den immer bereitwilligen Medien. Die Katastrophe in den USA kann nur mit schweren Einschränkungen als der größte Terrorakt aller Zeiten beschrieben werden. Auch wenn es sicherlich der größte Akt nichtstaatlichen Terrors war, so haben viele Handlungen staatlichen Terrors diesen weit übertroffen.

Am Ende des zweiten Weltkrieges führte die US-Führung kaltblütig die nukleare Auslöschung der Städte Hiroshima und Nagasaki aus, nur um die eigene Macht zu demonstrieren und die Sowjetunion zu bedrohen. Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder wurden hierfür getötet.

Während des langen kalten Krieges mit der UdSSR stützte Washington eine ganze Anzahl blutrünstiger Diktaturen in der Dritten Welt, halfen diesen ihre GegnerInnen straffrei zu foltern und zu töten und die eigenen Verbrechen zu verbergen. 1965 z.B. halfen die USA dem zur Macht drängenden indonesischen Diktator Suharto ein Pogrom gegen die linken und fortschrittlichen Kräfte mit letztendlich einer Million Massakrierten zu organisieren. Die lange Intervention der USA gegen die Befreiungsbewegung in Vietnam tötete und verstümmelte Millionen Menschen und brachte massive materielle Zerstörungen über das Land.

Saddam Husseins mörderisches Regime war ein anderer Partner der USA, der besonders während des Iran-Irak-Krieges der frühen 1980er Jahre unterstützt wurde. Dann wendete sich das Blatt und er wurde aus verschiedenen Gründen zum Gegner. Seit dem Golfkrieg haben von den USA und Großbritannien initiierte Sanktionen gegen den Irak zum Tod von mehr als einer Million IrakerInnen geführt und Saddams Machtstellung gestärkt.

Afghanistans brutales islamisch-fundamentalistisches Taliban Regime ist ein Produkt des US-gestützten Krieges reaktionärer Mudjahedin-„Freiheitskämpfer" gegen die Sowjet-gestützte nicht-religiöse linke People’s Democratic Party-Regierung. Dies war auch der Ursprung des saudischen islamischen Fundamentalisten Osama bin Laden, Washingtons momentanen weltweiten „Staatsfeind Nummer Eins" und als Organisator der Anschläge in den USA Verdächtigten.

Seit 1959 die kubanische Revolution Kuba aus der Einflußsphäre der USA rückte, organisierte Washington vielfältige – terroristische – Versuche, Fidel Castro zu ermorden. Darüber hinaus haben die USA seit über 40 Jahren der Insel eine ruinöse Wirtschaftsblockade aufgezwungen. Und nun verweigern sich die US-Autoritäten kubanischen Forderungen, einen konterrevolutionären Terroristen mit Verbindungen zum CIA zu übergeben, welcher 1976 vor Barbados für die Zerstörung eines kubanischen Jets mit einer Bombe und den Tod von 73 Menschen verantwortlich ist.

Und dann ist dort das Elend und der langsame Tod, zu welchem die Masse der Weltbevölkerung durch das gnadenlose westliche Kapital verurteilt wurde, ohne Rücksicht auf die Kosten für Mensch und Planet. Jedes Jahr sterben z.B. in der Dritten Welt Millionen Kinder durch vermeidbare Krankheiten. Sie sind Opfer einer unversöhnlichen und gnadenlosen ökonomischen Herrschaft des Imperialismus und seiner Agenturen wie Weltbank, IWF und WTO.

Wer sind die „Hauptfeinde der Zivilisation"? Wenn Osama bin Laden ein Terrorist ist, dann müssen wir zu dem Schluss kommen, dass er ein relativ unbedeutender ist. Gäbe es Gerechtigkeit in dieser Welt, dann würden westliche kapitalistische Führer wie George Bush senior, Bill Clinton, Blair und Bush junior wegen Verbrechen gegen die Menschheit angeklagt werden. Die Saddam Husseins, Suhartos und bin Ladens würden als ihre Helfershelfer auftreten.

Wurzeln des Terrorismus

Es ist weiterhin unklar, wer die terroristischen Operationen in den USA organisiert hat. Aber wo würde eine Terrororganisation Menschen rekrutieren, welche so verbittert und ohne Hoffnungen in die Zukunft sind, dass sie sich zu solch einer sinnlosen Grausamkeit entschließen und sich willentlich opfern, um diese auszuführen. Die Antwort ist kein großes Geheimnis.

Das massive Elend, welches der von den USA, der einzigen Weltmacht, geführte westliche Kapitalismus der Mehrheit der Weltbevölkerung aufgezwungen hat, hat den Nährboden für den Terrorismus geschaffen, den seine Führungen verdammen. Unterdrückung gebiert Hass, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. In einem solchen Klima, wenn der Gegner übermächtig erscheint, scheint einigen die Ausführung von Selbstmordanschlägen gegen die Bevölkerung des unterdrückenden Landes die einzige Option. (...)

MarxistInnen haben jederzeit in der Geschichte der modernen sozialistischen Bewegung scharfe Polemiken gegen die politische Strategie des „individuellen Terrorismus" – die Tötung verhaßter RepräsentantInnen eines unterdrückerischen Regimes – gerichtet. Unsere Haltung zu dieser Art des Terrorismus basiert nicht auf Moral sondern wurzelt darin, dass dieser nicht funktioniert. Die herrschende Klasse kann jederzeit Individuen ersetzen.

Wichtiger noch ist, dass derartige terroristische Akte als Strategie Massenbewegungen demobilisieren. Nur der Kampf der Massen kann die Gesellschaft verändern. Der Kampf kleiner Gruppen von TerroristInnen/RächerInnen verbannt die Massen an den Rand und macht aus ihnen die ZuschauerInnen einer Auseinandersetzung zwischen TerroristInnen und dem Regime, anstatt sie zur Teilnahme an ihrer eigenen Befreiung zu befähigen.

Die Anschläge in den USA stehen jedoch für eine komplett andere Art des Terrorismus: Die sinnlose und willkürliche Ermordung von ZivilistInnen stammt aus dem Arsenal des Imperialismus und seiner KomplizInnen nicht aus dem der fortschrittlichen Kräfte, die für Befreiung von diesem inhumanen System kämpfen.

Reaktionäre Vorhaben

Der Bombenterror wird von Bush und der herrschenden Klasse der USA dazu verwendet werden, ein für die Durchsetzung ihrer reaktionären Politik geeigneteres Klima zu schaffen. Die Tragödie ist für sie ein Geschenk des Himmels, welches sie mit beiden Händen ergreifen. Sie werden ihre Waffenproduktion und ihre säbelrasselnde Außenpolitik vorantreiben.

Unter dem Deckmantel des „Kampfes gegen den Terrorismus" werden dort die BürgerInnenrechte unter verstärkten Druck kommen, es wird eine Kampagne für mehr Polizei und einer Ausdehnung ihrer Befugnisse geben, die anwachsende Bewegung gegen die Todesstrafe wird in einem weniger günstigen Umfeld arbeiten. Der Skandal um Bushs gestohlenen Wahlsieg und das verrottete US-Wahlsystem wird im grellen Gewitter des Patriotismus dahinschwinden.

Die Fremdenfeindlichkeit wird stärker werden, anti-arabischer Rassismus wird ansteigen und es wird schwerer werden, eine Solidaritätsbewegung für die Menschen in Palästina aufzubauen.

SozialistInnen lehnen jeglichen „Krieg gegen den Terrorismus" ab. Militärische Angriffe durch die USA und ihre imperialistischen Verbündeten auf als TerroristInnen Verdächtigte und auf Staaten, welche angeblich TerroristInnen beherbergen werden Terrorakte nicht beenden. Im Gegenteil wird ein derartiger Krieg nur den weiteren Verlust von unschuldigem Leben zur Folge haben und den nationalistischen Hass auf AmerikanerInnen verstärken, welcher ein Rekrutierungsfeld für die Organisatoren von terroristischen Anschlägen wie auf das WTC bieten wird.

SozialistInnen kämpfen für eine Welt, frei von Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung. Dies bedeutet, gegen den Imperialismus und Kapitalismus, welcher die Welt vergewaltigt und die Masse ihrer BewohnerInnen zu einer zunehmend elenden und hoffnungslosen Existenz verurteilt zu kämpfen und diese durch eine sozialistische Gesellschaft zu ersetzen. Die einzigen Kräfte, welche diese historische Aufgabe erfüllen können, sind die ArbeiterInnen und die unterdrückten Massen der Welt. Terrorismus hat keinen Platz in diesem Kampf, wir kämpfen gegen das System, welches Terror gebiert und diesen willkürlich für seinen eigenen Machterhalt verwendet.

Für die LPP : Farooq Tariq, 13.9.2001
(www.labourpakistan.org)
Übersetzung: joe hill

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