|
|
|
|
Marschieren
gegen Armut und Seit
8. März 2000 konzentrieren sich Frauen aus ca. 150 Ländern auf weltweite
Aktionen, die im Rahmen "Weltmarsch der Frauen 2000" durchgeführt
werden. Diese Aktivitäten finden unter dem Motto "Gegen Armut und
Gegen Gewalt an Frauen" statt. Am 14. Oktober treffen sich Frauen aus
verschiedenen Ländern in Brüssel bei dem "Europäischen
Frauenmarsch". Der Vorläufer für diese weltweite Kampagne war der Frauenmarsch "Brot und Rosen" 1995 in Quebec, bei dem die Frauen gegen Armut und für wirtschaftliche Gerechtigkeit auf die Straße gegangen sind. Dieser zehn Tage dauernde Frauenmarsch mit 850 Frauen hatte ein verbreitetes Echo in der Gesellschaft gefunden. Er war ein großer Erfolg für die beteiligten Frauen. Ausgehend von diesen Erfahrungen hat die Fédération des Femmes du Québec (Frauenbündis Québec), die den erfolgreichen Frauenmarsch in Québec organisiert hatte, einen Weltfrauenmarsch initiiert. Innerhalb kürzester Zeit haben sich Frauen aus verschiedenen Teilen der Erde dieser Initiative angeschlossen. Seit 8. März haben Frauen in der ganzen Welt (leider wurde dies in Deutschland wenig bekannt) in ihren vielfältigen Aktionen auf den Frauenweltmarsch hingewiesen und seine Forderungen gegen Armut und verschiedene Formen der Gewalt gegen Frauen thematisiert. Im Oktober werden drei wichtige (Abschluss-) Märschen stattfinden: 14. Oktober Europäischer Frauenmarsch in Brüssel, 15. Oktober Frauenmarsch nach Washington zur Weltbank und zum IWF und 17. Oktober Weltmarsch der Frauen 2000 nach New York zur UNO. Europäischer
Frauenmarsch in Brüssel Eine wichtige Etappe des Weltmarsches der Frauen bildet der Sternmarsch ab 8. Oktober 20000 nach Brüssel. Die Marschiererinnen und andere Frauen werden sich am 14. Oktober zu verschiedenen Aktionen in Brüssel treffen. In der Erklärung der "Europäischen Plattform zum Weltmarsch der Frauen 2000" wird eines der wichtigsten Ziele des Frauenmarsches wie folgt beschrieben: "Wir Frauen in Europa werden marschieren, um die dramatischen Konsequenzen, die das Gesetz des Profits zur Folge hat, anzuprangern und zu bekämpfen; wir werden für die Schaffung einer Welt marschieren, die auf der Teilung des Reichtums, auf Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Solidarität gegründet ist." Ein
anderes Europa Der Europäische Frauenmarsch stellt Forderungen, die die Benachteiligung, Ausbeutung von Frauen und Gewalt an Frauen in verschiedenen Lebensbereichen entgegentreten. Neben den zentralen Themen des Weltfrauenmarsches, – Armut und Gewalt gegen Frauen – werden Forderungen gestellt, die für diesen Teil der Erde von großer Bedeutung sind: keine Festung Europa von Schengen, sondern ein offenes Europa, das "den ImmigratInnen einen Platz einräumt und Diskriminierungen ihnen gegenüber (besonders der Frauen) abschafft." Kein ausbeuterisches Europa, das die menschliche Lebensgrundlage die Umwelt zerstört, das durch den Rüstungswettlauf die reichen Länder reicher, die armen ärmer macht, sondern ein solidarisches Europa, das Rüstungsausgaben drastisch reduziert und das Recht auf Selbstbestimmung der Völker anerkannt. Gewalt
gegen Frauen hat viele Gesichter Seit hunderten von Jahren kämpfen Frauen für ihr Recht, über ihren Körper selbst zu verfügen. Das Abtreibungsrecht z.B. existiert in verschiedenen Ländern immer noch nicht. Auch wenn Frauen in einigen Ländern dieses Recht erkämpft haben, ist es mit vielen Einschränkungen verbunden. Nicht nur in Ländern, in denen die fundamentalistisch religiösen Diktaturen gegen Rechte und Würde der Frauen einen offenen Krieg führen, sondern auch in den sogenannten "zivilisierten" Ländern, wird der Kampf für dieses Grundrecht noch lange dauern. Nicht nur die offenen Arten der Gewalt gegen Frauen in Form von Vergewaltigung (nicht nur deren unglaubliche Dimension während Kriege), Gewalt in der Ehe und Partnerschaft, auch die versteckte Arten, wie sexuelle Belästigungen auf der Straße, bei der Arbeit und in den patriarchalischen Gesetzgebungen sind Themen dieses Frauenmarsches. Es gibt viele Gründe, die Proteste von Frauen gegen ausbeuterische und gewaltsame Unterdrückung auf die Straße zu tragen und aktiv für eine Welt zu kämpfen, in der Frauen und Männer von erniedrigenden patriarchalischen Verhältnissen befreit sind. Deswegen
am 14.10.2000 M.A. |