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  Stoppt den Krieg!

 

 

 

Innen
Rürup wird rührig

Frau Engelen-Kefer vom Deutschen Gewerkschaftsbund war „zutiefst verärgert“. Und zwar darüber, dass trotz selbstverordnetem Stillschweigen der „Reformkommission für den Sozialstaat“ die wesentlichen Punkte der vom Vorsitzenden Rürup geplanten Streichliste an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Wer gedacht hatte, es gehe bei einer Kommission mit diesem Titel an erster Stelle darum, wie eine für alle gleiche und qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung auch in Zeiten der Wirtschaftskrise gesichert werden kann, sah sich getäuscht. Das Ziel, dem alle Maßnahmen untergeordnet sind, ist die Senkung der Krankenkassenbeiträge um zwei Prozentpunkte, was insgesamt 20 Milliarden Mindereinnahmen für die Kassen bedeuten würde. Diese Milliarden haben dann die Versicherten allein aufzubringen und nicht, wie in der Solidarversicherung üblich, zu gleichen Teilen Versicherte und „Arbeitgeber": Die Krankengeldzahlung soll gestrichen werden – sieben Milliarden –, Unfälle im Haushalt, Straßenverkehr und beim Sport sollen in Zukunft privat versichert werden – elf Milliarden –, und anders als bisher sollen die PatientInnen auch bei den Arzt- und nicht nur bei den Sachkosten zuzahlen.

Die Regierung setzt noch einen drauf: Die Forderung der Union, den Arbeitgeberanteil an der Krankenversicherung einzufrieren, wird nicht mehr kategorisch abgelehnt.

Pflege im Visier

Dass daneben auch gleich noch die Pflegeversicherung ins Visier genommen wird mit dem Ziel, sie ebenfalls zu privatisieren, wird niemanden wundern, der weiß, dass in der „unabhängigen" Kommission unter anderem der Vorstandsvorsitzende des AXA-Versicherungskonzerns (für den eine private Pflege- und Unfallversicherungslösung sicher ein gutes Schnäppchen wäre), ein Vorstandsmitglied des Daimler-Chrysler-Konzerns, die Bundesvorsitzende der „Wirtschaftsjunioren Deutschlands", Berger Consultants München und ein Vorstandsmitglied von BASF neben Gewerkschaftsbürokraten und Universitätsprofessoren sitzen. PatientInnenvereinigungen sucht man in dem Gremium vergebens.

Frau Engelen-Kefer beteuert inzwischen, da nun die Katze aus dem Sack ist, die Gewerkschaften trügen kein Konzept mit, das „einseitig Patienten und Versicherte belastet". Fragt sich nur, warum sie dann überhaupt noch in der Kommission sitzt, anstatt den Widerstand gegen diese unsittlichen Vorhaben dort zu organisieren, wo er hingehört: auf der Straße.

Klaus Engert

 


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