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  Stoppt den Krieg!

 

 

 

Innen
Die PDS und der Krieg

Nach ihrer Wahlniederlage vom letzten September war zeitweise nur noch wenig von der PDS zu hören. Jetzt hat sie sich mit mehreren Stellungnahmen zum Krieg zu Wort gemeldet.

Positiv ist dabei hervorzuheben, dass die PDS zu Antikriegsaktivitäten in Betrieben, Schulen, Unis und auf den Straßen aufruft und damit versucht, Menschen zu außerparlamentarischen Aktivitäten zu mobilisieren. Auch wird der Krieg klar als das benannt, was er ist – als Massenmord. Problematischer wird es jedoch, wenn mensch die "Analyse" der Weltlage durch die PDS betrachtet.

Anschlag aufs Völkerrecht?

Da wird von einem Anschlag auf das Völkerrecht gesprochen. Die Vereinten Nationen seien beiseite geschoben worden. Die UNO müsse die USA als Aggressor verurteilen und den internationalen Strafgerichtshof einschalten. Die GenossInnen scheinen noch nicht bemerkt zu haben, dass Völkerrecht entweder nutz- und machtloses Papier ist oder aber dem Recht des Stärkeren eine juristische Beglaubigung verleiht. Die UNO hat ja auch schon genug Kriege legitimiert. Der zweite Golfkrieg wäre nach dieser Haltung rechtmäßig gewesen, da mit dem Mandat der Vereinten Nationen versehen. Nebenbei handelt es sich dabei um eine Versammlung aller Staaten unter klarer Kontrolle der Großmächte. Der Internationale Strafgerichtshof kann, trotz Fernbleiben der USA, als eine vergleichbare Institution angesehen werden. Das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zeigt, dass hier nur sehr auswählend und in aller Regel nur im Sinne der imperialistischen Mächte geurteilt wird.

Die PDS-Abgeordnete Gesine Lötzsch sprach in diesem Zusammenhang davon, dass die Welt in der zivilisatorischen Entwicklung um ein Jahrhundert zurückgeworfen sei. Das Faustrecht breche wieder das Völkerrecht. Führende PDS-lerInnen scheinen nicht zu begreifen: Die moderne kapitalistische Zivilisation bringt die Barbarei gerade hervor. Bei den imperialistischen Kriegen handelt es sich nicht um Rückfälle ins finstere Mittelalter, sondern um einen möglichen Entwicklungsweg des Kapitalismus. Genauso wenig hilfreich ist der hartnäckig vorgetragene Appell an eine nicht näher bezeichnete "Vernunft". Die Kriege der Großmächte können im Sinne der Klassenvernunft der Herrschenden etwas sehr Rationales, also in ihrem Sinne Vernünftiges sein.

"Neugestaltung der NATO"

Kriminell wird die Haltung der PDS, wenn es um die Rolle der BRD geht. Da wird davon gesprochen, dass sich Deutschland mit anderen Staaten zusammen dem Krieg widersetze. Warum Schröder & Konsorten in Jugoslawien und Afghanistan, aber nicht direkt im Irakkrieg mitbomben, scheint in der Vorstandsetage des Karl-Liebknecht-Hauses verdrängt zu werden. Es geht der BRD nicht um "Friedfertigkeit", sondern um ökonomische und geostrategische Interessen.

Die PDS setzt sich, so Parteivorsitzende Gabi Zimmer, in diesem Zusammenhang für eine "Neugestaltung der NATO" und der transatlantischen Beziehungen ein. Davor schrecken nach Angaben der PDS die SPD und die Grünen noch zurück. Näheres wurde hierzu seitens der PDS noch nicht ausgeführt. Die in Teilen der Friedensbewegung laut werdenden Rufe, "Europa stark zu machen", finden aber auch in wichtigen PDS-Kreisen viel Zuspruch.

Nicht weit her

In den letzten Jahren war es mit der Antikriegspolitik der PDS trotz der Ablehnung deutscher Beteiligung an laufenden Kriegen nicht all zu weit her. So wollte der frühere Bundesvorstand auf dem Münsteraner Parteitag 2000 eine Entschließung über die Zustimmung zu UNO-Blauhelmeinsätzen durchdrücken. Das scheiterte damals noch an der Mehrheit der Delegierten. In der Frage der Regierungszusammenarbeit mit der SPD spielt deren Kriegspolitik nur am Rande eine Rolle. In Mecklenburg-Vorpommern will die PDS-Spitze einen Beschluss des Landesparteitags rückgängig machen, wonach sie wegen dem AWACS-Einsatz aus der Regierung austreten müsste.

Die PDS macht keine konsequente Antikriegspolitik. Sie schürt Illusionen in internationale Institutionen wie die UNO und hat ein ungeklärtes Verhältnis zur imperialistischen BRD und deren Außenpolitik. Wir dürfen jedoch gleichzeitig nicht vergessen, dass es viele PDS-Mitglieder mit ihrer Kriegsablehnung sehr ernst meinen.

joe hill

 


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