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  Stoppt den Krieg!

 

 

 

Innen
NPD-Verbot gescheitert

Am 18. März beschloss das Bundesverfassungsgericht die Einstellung des laufenden Verbotsverfahrens gegen die NPD aus formalen Gründen. Die hochgradige Durchsetzung von Bundes- und Landesvorständen der NPD mit Spitzeln würde ein rechtsstaatliches Verfahren nicht mehr gewährleisten.

Standen und stehen doch ca. 15% der Vorstandsmitglieder der NPD auf Gehalts- und Zuträgerlisten des Verfassungsschutzes oder der Polizei. Darunter sind auch Personen, deren Aussagen eine wichtige Rolle in der Begründung des Verbotsantrages spielten. Dies kann so interpretiert werden, dass der Verfassungsschutz die Beweise der Anklage selbst fabriziert hat. Das ist nicht sehr wahrscheinlich, da die betreffenden Personen ja nicht Wölfe unter Schafen waren und teilweise schon seit über 20 Jahren ihre faschistischen, rassistischen und antisemitischen Ansätze offen vertreten haben.

Erstaunliche Verflechtungen

Verflechtungen zwischen Geheimdiensten und faschistischen Organisationen sind nichts Neues. Dabei kommen erstaunliche Dinge ans Licht. So finanzierte vor einigen Jahren in Thüringen ein örtlicher Nazihäuptling seine politische Hetze gegen Linke mit Geldern für Spitzeldienste. In einem Fall der 70er Jahre wandte sich ein Verfassungsschutzagent entnervt an die Öffentlichkeit, weil sich seine Vorgesetzten überhaupt nicht über seine Erkenntnisse über terroristische Faschostrukturen samt mehrerer anderer Spitzel interessiert zeigten.

Wir glauben nicht an Verschwörungstheorien und wissen, dass Vergleiche mit anderen europäischen Ländern hinken. Trotzdem lohnt es sich in diesem Fall das Beispiel Italien anzusprechen. Dort versuchten in den 60er und 70er Jahren Geheimdienste und faschistische Gruppen gemeinsam u.a. durch Bombenanschläge wie in Mailand 1969 mit 14 Toten und auf den Bahnhof in Bologna 1980 mit 80 Toten die Stimmung im Land aufzuputschen. Die von der Rechten als zu nachgiebig gegenüber der Linken angesehenen Regierungsparteien sollten als unfähig dargestellt werden, gegen den Terror vorzugehen. Ziel dieses als "Strategie der Spannung" bezeichneten Vorgehens war die Schaffung eines starken Staates, die Verhängung des Ausnahmezustandes und die Zerschlagung der radikalen Linken. Auch Putschversuche 1964 und 1970 gehören in diesen Zusammenhang. Daher ist es durchaus nicht unwahrscheinlich, dass die Verbindungen zwischen NPD und anderen Faschos einerseits und dem Verfassungsschutz andererseits auch für Zeiten erhöhter gesellschaftlicher Auseinandersetzungen aufrecht erhalten werden.

Gesellschaftliche Bedingungen

Ein Verbot würde zwar die NPD auflösen, jedoch nicht die gesellschaftlichen Bedingungen für deren Bestehen beseitigen. Auch gelang es den Nazis nach bisherigen Verboten immer wieder schnell, sich zu reorganisieren. Dafür hatte die NPD schon Parteiimmobilien und -gelder auf Einzelpersonen umschreiben lassen. Schwerer wiegt, dass der bürgerliche Staat und die herrschende Klasse in aller Regel überhaupt kein Interesse haben, konsequent gegen Nazis vorzugehen. Schließlich wird der Faschismus ja hin und wieder zur Aufrechterhaltung der kapitalistischen Ordnung benötigt. Mensch würde den Bock zum Gärtner zu machen, wenn eine Institution, welche mit den Nazis verbunden ist, mit deren Auflösung betraut würde. Wir setzen dagegen auf die von Staat, Kapital und bürgerlichen Parteien unabhängige Selbstorganisation und Gegenwehr von AntifaschistInnen. Diese wird vom Staat, seiner Polizei und Geheimdiensten bestimmt nicht gefördert und finanziert, sondern härter bekämpft werden als jetzt die NPD.

joe hill

Die NPD
Die 1964 gegründete Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) war lange Zeit die größte faschistische Organisation in der BRD. 1964 bis 1972 war sie in sieben Landtagen vertreten. Danach stellte sie seit den 90er Jahren das Bindeglied zwischen auf bürgerliche Anerkennung bedachten "Lodennazis" und militanten "Stiefelnazis" dar. Dies äußerte sich anders als bei den auf Parlamente orientierten REP und DVU in einem offenen positiven Bezug auf den Nationalsozialismus. In einigen Orten in Hessen, Baden-Württemberg und Sachsen verfügt die ca. 5000 bis 6.000 Mitglieder umfassende NPD über eine gewisse kommunalpolitische Bedeutung.

 


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