In den kriegführenden Ländern, allen voran in den USA,
wurde auch dieser Teil der Kriegsführung systematisch vorbereitet. Das
Pentagon veranstaltete Trainingscamps für Kriegsberichterstatter und Militärs,
um sich bereits im Vorfeld des Irakkrieges "kennen und verstehen zu lernen".
Ein WIR-Gefühl entstand. Die VerteidigerInnen des Irak werden als "Feind"
bezeichnet, welcher US- und britische Truppen aus "Hinterhalten" angreift oder
"Widerstandsnester" bildet.
Kriegsjournaille
Die Kriegsberichterstattung von FOX, CNN und NBC ist
kriegsverherrlichend und verkündet ständig den sicheren Sieg.
"Befreiungskrieger" wie Bush, Rumsfeld und ihre Strategen in den verschiedenen
Golfstaaten, von wo aus die "Operation irakische Freiheit" organisiert wird,
können so ihre menschenverachtenden Vorstellungen verbreiten. Jede Lüge über
die Entdeckung von Massenvernichtungswaffen oder über vermeintliche
Greueltaten der irakischen Seite wird sofort weltweit verbreitet.
Beispiele
Die angebliche Entdeckung einer Chemiewaffenfabrik sollte
mit zur Kriegsrechtfertigung dienen. Inzwischen gibt es in den Medien kein
Wort mehr davon, denn die Behauptung hat der Überprüfung durch unabhängige
BeobachterInnen nicht standgehalten. Immer wieder ist auch vom Einsatz
verbotener Scud-Raketen gegen den Nachbarstaat Kuwait, der als
Hauptaufmarschgebiet für diesen Krieg dient, die Rede. Selbst
UN-Chefwaffeninspektor Blix hat solche Behauptungen zurückgewiesen.
Noch ungeheuerlicher war die Behauptung, dass britische
Kriegsgefangene von der irakischen Seite hingerichtet wurden. Dies war von
Bush und Blair behauptet worden, um die Bestialität des "Feindes" unter Beweis
zu stellen und die Notwendigkeit ihres barbarischen Angriffskrieges zu
betonen. Die Schwester eines der vermeintlich Hingerichteten hat inzwischen
erklärt, ihr Bruder sei im Kampf getötet worden. Das habe dessen Vorgesetzter
ihr mitgeteilt.
Nicht genug, dass solche Lügen auch hierzulande in den Medien – allen voran
in der Bild-Zeitung – verbreitet werden. Trotz der Opfer im Jugolslawien- und
im Afghanistankrieg an der Zivilbevölkerung, wird weiterhin an dem Märchen vom
"sauberen Krieg", der nur militärische Angriffsziele treffe, festgehalten. Die
furchtbaren Massaker, die in der ersten Kriegswoche von den US- und britischen
Truppen mit ihren Bomben und Marschflugkörpern an der irakischen Bevölkerung
verübt wurden, wurden zuerst von AL DSCHASIRA und anderen arabischen
Nachrichtenkanälen gemeldet. Noch Tage danach bemühten sich die hiesigen
TV-Kanäle die Verantwortung für die Massaker in Zweifel zu ziehen. Das Bild
des "humanitären Krieges" wird abgerundet durch die Berichte über die
Hilfslieferungen für die irakische Bevölkerung z.B. in der zweitgrößten
irakischen Stadt Basra. Dort sind SoldatInnen zu sehen, die Nahrungsmittel und
Wasser an die ausgehungerten Menschen verteilen. Vorher war diese Stadt
tagelang bombardiert und die Trinkwasserversorgung zerstört worden.