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  Stoppt den Krieg!

 

 

 

Innen
“Krieg” an der “Heimatfront”

Die Regierung SPD-Grüne nutzt die hohen Arbeitslosenzahlen, um den Kündigungsschutz zu durchlöchern. Jetzt muss die angebliche Krise des Sozialstaats für drastische Einschnitte bei den Sozialversicherungen herhalten. Eine neue Welle des sozialen Kahlschlags rollt auf uns zu. Ihr Ausmaß kommt einer “Kriegserklärung” an die ArbeiterInnenklasse gleich.

Die programmatische Rede des Kanzlers vom 14. März stellt vieles der früheren Kohlregierung in den Schatten:

· Arbeitslosengeld soll statt bisher maximal 32 Monaten nur noch 18 oder gar 12 Monate gezahlt, seine Höhe abgesenkt werden.
· Arbeitslosen- und Sozialhilfe sollen zusammengelegt werden. Der Einspareffekt auf Kosten der Bedürftigen: mehrere Milliarden Euro jedes Jahr.
· Das Krankengeld soll gestrichen werden. Die Beschäftigten sollen sich zukünftig privat versichern ohne sog. "Arbeitgeberanteil". Zusätzliche Kosten für die abhängig Beschäftigten: annähernd 4 Mrd. Euro.
· Der Arztbesuch soll Geld kosten und der Leistungskatalog der Krankenversicherung soll "überarbeitet werden". Schröder: "Wir werden Leistungen kürzen."
Selbst die bürgerliche Medien stellen fest, dass mit den Schröderreformen das Bismarck’sche Sozialversicherungssystem in Frage gestellt wird.

Gewerkschaftsbürokratie blockiert Gegenwehr

Verheerend an der gegenwärtigen Lage ist die totale SPD-Hörigkeit der Gewerkschaftsbürokratie. Nach dem Scheitern des "Bündnis für Arbeit" und trotz aller offenen Drohungen von Seiten Schröders, werden die Attacken der Regierung nicht als Frontalangriff auf die Interessen der Lohnabhängigen gewertet.

Schröders Erklärung im Wahlkampf ‘98, die Kohl’sche Verschlechterung des Kündigungsschutzes rückgängig zu machen, war ein wesentlicher Grund für seinen damaligen Wahlsieg. Wenn er heute darüber hinweggeht, liegt dies an dem veränderten Kräfteverhältnis zwischen Lohnarbeit und Kapital. Schuld daran sind vor allem die Gewerkschaftsführungen. Sie haben nicht zuletzt durch ihre Zustimmung der Riester’schen Renten"reform" und zu den Hartz-Gesetnicht sperren dürfen", zeigt auch unter Bremsklotz und nicht als Gegenmacht. Die Ergebnisse einer Meinungsumfrage von Infratest-Dimap von Anfang März belegen die verheerende Situation auf der politischen Ebene: 60% der Befragten meinen, die Gewerkschaften blockierten "notwendige Reformen".

Alternative notwendig

Die SPD-Hörigkeit und die neoliberale Grundorientierung der Gewerkschaftsbürokratie ist heute das Haupthindernis für die Organisierung gewerkschaftlicher Gegenwehr. Dies macht den Aufbau einer alternativen Kraft zu einer so dringlichen Aufgabe. Es braucht eine Kraft, die mit politischen und gewerkschaftlichen Mitteln gegen das angeht, was heute ohne nennenswerte Gegenwehr an sozialem Kahlschlag durchgezockt wird. Sonst laufen wir Gefahr, dass die Verunsicherung unter den KollegInnen in Resignation und Zynismus umschlägt. Für revolutionäre Kräfte stellt sich so eine doppelte Aufgabe:

· Die Notwendigkeit einer Sozialistischen ArbeiterInnenpartei erklären und propagieren. Eine solche Kraft fällt nicht vom Himmel, sondern muss von unten her organisiert werden. Sie kann nicht durch kleine, sozialistische Gruppen aus der Taufe gehoben werden. Aber die Einsicht in ihre Notwendigkeit können sie heute verbreiten. Anknüpfungspunkte sind vorhanden, wir müssen sie nur nutzen.

· Verbindung der kritischen Kräfte in Betrieb und Gewerkschaft mit den AktivistInnen der Antikriegsbewegung und der Antiglobalisierungsbewegung herstellen.

In den kommenden Wochen wird es darauf ankommen, in den Gewerkschaften für eine aktive Gegenwehr einzutreten, damit Schröder nicht im Windschatten des Krieges erneut Fakten schaffen kann. Der IG Metall-Vorsitzende Zwickel hat bisher eine größere Mobilisierung von dem Echo in den Betrieben abhängig gemacht. Zeigen wir ihm mit Protestresolutionen und betrieblichen wie überbetrieblichen Aktionen, dass wir von seiner Unterschriftensammlung nichts halten. Schon in nächster Zeit muss die Entscheidung für die auch von Zwickel angedachte Großdemonstration in Berlin fallen. Angesagt ist nicht kleckern, sondern klotzen!

Clarissa L.

 

IG Metall: Einfallslose Argumente

Unter der Überschrift "Ja zu Reformen. Nein zum Sozialabbau" fordert die IGM: "Nein zu einfallslosem Sozialabbau". Sind wir denn für einfallsreichen Sozialabbau? Auch die ständig vom DGB-Vorsitzenden Sommer vorgebrachte Formulierung, die von Schröder geplanten Sparmaßnahmen seien nicht "sozial ausgewogen", sind unerträglich. Die Lohnabhängigen wollen überhaupt keine Sparmaßnahmen auf ihrem Rücken. Statt deren Interessen uneingeschränkt zu vertreten, machen sich die sozialdemokratischen Gewerkschaftsbürokraten ständig Gedanken um die Sanierung der öffentlichen Haushalte und die Konkurrenzfähigkeit des deutschen Kapitals. Konsequente Gewerkschaftspolitik heißt: Wir müssen die Mittel da zu holen, wo sie sind: Beim Kapital und bei den Reichen!

C. L.

 


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