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Innen
Alstom:
Arbeitsplatzvernichtung angekündigt

Am 12. März trat der neue Chef des globalen Elektrotechnikkonzerns Alstom, Kron, in Paris vor die Presse. Mit einem verschärften Abbaukurs wollte er Vorgaben der Banken erfüllen und die Börse beruhigen. Letzteres scheiterte.

Die Alstom-Aktie fiel auf einen neuen Tiefstand, so dass einer der größten Elektrotechnikkonzerne der Welt jetzt nur noch einen Aktienwert von 400 Millionen Euro hat. Seit der Börsennotierung 1998 hat die Alstom-Aktie einen Kursverlust von 90 % zu verzeichnen. Keine guten Aussichten für die rund 120.000 Beschäftigten weltweit.

Expansion

Alstom ist durch den Expansionskurs seines "historischen Patrons" Bilger, durch Managementfehler und Qualitätsmängel in eine Existenzkrise geraten. Die Ursachen hierfür liegen in der Logik des Kapitalismus: im weltweit verschärften Konkurrenzkampf, in der immer kurzfristigeren Logik der Profitsteigerung um jeden Preis und damit nicht zuletzt in der Orientierung am spekulativen Element des neoliberalen Systems.

Sanierung

Kron, der als "Kostenjäger" und "Sanierer" zu Alstom geholt worden ist, will die bedrohliche Verschuldung des Konzerns von rund 5,3 Milliarden Euro bis 2005 halbieren. Zahlen sollen die Zeche vor allem die Noch-Beschäftigten. Der angekündigte Verkauf der Sparte Stromübertragung und -verteilung sowie der Sparte Industrieturbinen wird etwa 35.000 Beschäftigte betreffen. Ferner sollen rund 500 Millionen Euro pro Jahr an Lohn- und Gehaltskosten "eingespart" werden. Das sind rund 10.000 weitere Arbeitsplätze. Obwohl konkrete Abbaupläne zweifelsohne bereits vorbereitet sind, wollte Kron sich zu Einzelheiten nicht äußern. Es klingt wie Hohn: Einerseits kündigt er beschleunigte "Kostensenkungsprogramme", eine weitere "Filetierung" des Konzerns und das Abstoßen anderer Konzernbereiche wie den Schiffsbau an. Andererseits behauptet er, dass der Prozess der Arbeitsplatzvernichtung "fair" und "unter vollständiger Einbeziehung unserer Sozialpartner" ablaufen soll.

Widerstand

Der Europäische Betriebsrat von Alstom kritisierte Krons Ankündigungen. Alle geplanten Maßnahmen seien ohne vorhergehende Anhörung dieses Gremiums entschieden worden. Der Euro-Betriebsrat kündigte politischen und rechtlichen Widerstand gegen die Abbaupläne der Konzernleitung an: "Es ist höchste Zeit, unsere Arbeitsplätze zu verteidigen!" Der schon im Sommer 2002 diskutierte europaweite Aktionstag wird erneut ins Gespräch gebracht. Es ist allerdings höchste Zeit, dass diesen Worten ein entschlossener Widerstand auf allen Ebenen folgt.

H.N.

 


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