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Innen
Leserbrief an die Avanti

Liebe Genossinnen und Genossen,

in Avanti Nr. 93 vom Februar 2001 heißt es in einem Artikel von Heinrich Neuhaus unter der Rubrik "Aus dem RSB":

"In Süddeutschland tagte am 18./19. Januar unsere Delegierten-Konferenz zur Vorbereitung des 15. Weltkongresses der IV. Internationale. Erfreulicherweise konnte ein Teil gemeinsam mit unseren GenossInnen der internationalen sozialistischen linken (isl) – der ehemaligen VSP – stattfinden. Gäste aus England, Luxemburg und der Schweiz sorgten für eine internationale Beteiligung."

Diese Darstellung ist falsch. Uns scheint sie ein bezeichnendes Licht auf Einstellungen im RSB zu unserer Organisation zu werfen. Abgesehen davon, dass die isl ihrem Selbstverständnis nach nicht einfach die Fortsetzung der Vereinigung für Sozialistische Politik ist, handelte es sich in Wirklichkeit um eine gemeinsame Diskussionskonferenz von RSB und isl; nur ein Teil des Wochenendes war getrennten Konferenzen beider Gruppen gewidmet. Auch die Gäste aus anderen Ländern waren ausdrücklich zu der gemeinsamen Konferenz gekommen. Die Reise des Genossen aus England, der als Vertreter der IV. Internationale kam, ist von unseren beiden Organisationen gleichermaßen finanziert worden.

Ist die falsche und einseitige Darstellung in Avanti ein Ausrutscher? Wir fürchten Nein. Denn schon die Saaldekoration war befremdlich – ausschließlich RSB-Transparente... Wir haben uns darüber auf der Konferenz nicht beschwert und keinen Wirbel veranstaltet, sondern uns mit einer ironischen Anmerkung begnügt. Der Artikel von Heinrich Neuhaus zeigt an, dass mehr dahinter steckt...

Wir empfinden dieses Verhalten als Brüskierung und sehen hierin kein gutes Zeichen für eine gleichberechtigte, unverkrampfte, solidarische Zusammenarbeit und eine weitergehende Annäherung; wir hatten gedacht, dies sei von beiden Organisationen angestrebt und möglich, ohne dass nun über sämtliche Einzelheiten langwierige Vereinbarungen notwendig sind.

Manuel und Wilfried (isl)

 

Aus Mücken Elefanten machen
Zum Leserbrief der Genossen Manuel und Wilfried an die Avanti

Liebe Genossen Manuel und Wilfried,

da hat also der Gen. Heinrich Neuhaus tatsächlich geschrieben, dass „ein Teil (unserer Delegiertenkonferenz) gemeinsam mit unseren GenossInnen der ... isl stattfinden (konnte)". Diese etwas laxe Formulierung ist nach eurer Ansicht „falsch", „bezeichnend", „einseitig", „kein Ausrutscher", „es steckt mehr dahinter", „Brüskierung", „kein gutes Zeichen"...

Haltet ihr das für die „Parteilinie" des RSB, wenn ihr euch nicht an den Autor, sondern an die „Genossinnen und Genossen" wendet? Ein Blick ins Impressum hätte euch gezeigt, dass "namentlich gekennzeichnete Beiträge nicht unbedingt die Meinung der HerausgeberInnen wieder(geben)".

Und mensch stelle sich gar vor: „schon die Saaldekoration war befremdlich – ausschließlich RSB-Transparente... Wir haben uns darüber auf der Konferenz nicht beschwert und keinen Wirbel veranstaltet...", schreibt ihr. Worüber auch? Vielleicht, dass ihr vergessen habt, eure eigenen Transparente mitzubringen?

Allerdings hat der RSB am 18./19. Januar seine Delegiertenkonferenz (DK) zur Vorbereitung des Weltkongresses (WK) abgehalten. Die DK ist das höchste Gremium unserer Organisation und hat für die Mitglieder einen entsprechenden Stellenwert. Sie hat die Delegierten des RSB zum Weltkongress gewählt. Unsere DK wurde unterbrochen, um mit euch zwischendurch eine gemeinsame Diskussionskonferenz durchzuführen. Bereits vorher hatten sich zwei Delegiertenkonferenzen des RSB mit Themen des WK auseinandergesetzt. Alle ihn betreffenden Fragen sind in den Gruppen demokratisch diskutiert und auf der DK von gewählten Deligierten abgestimmt worden.

Wie ich hörte, soll euer Diskussionsprozess etwas anders verlaufen sein. Insofern mußte die gemeinsame Diskussionskonferenz für euch einen anderen Stellenwert haben als für uns. Letztendlich finde ich das nicht „befremdlich". Es spiegelt nur andere Organisationskulturen und -realitäten wieder. Überraschend finde ich höchstens, dass ihr während der Massenproteste gegen den Krieg die Zeit findet, aus solchen Mücken Elefanten zu machen. In bewegten Zeiten wie heute sollte die praktische Zusammenarbeit zwischen RSB und isl die kleinliche Mäkelei ersetzen.

Heiko Freund (RSB)

 

 


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