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  Streik! Demos! Ziviler Ungehorsam!

 

 

 

Innen
Frauen in der Mobilisierung gegen die NATO

Das erste Mal seit vielen Jahren gab es bei der diesjährigen Mobilisierung gegen die NATO–Sicherheitskonferenz wieder einen Aufruf für einen eigenständigen Frauen-/Lesbenblock auf einer Demonstration. Auch bei der Gegenkonferenz wurde die Thematik "Militarisierung und Patriarchat" diskutiert.

Schon von Beginn der Bündnisverhandlungen an, wurde die Forderung aufgestellt, dass sowohl bei dem Gegenkongress wie auch bei den Demonstrationen Frauen einen festen Platz bekommen sollten. Obwohl die meisten linken Frauenstrukturen schon lange zusammengebrochen sind, konnten doch einige Aktivitäten für eine eigene Frauenmobilisierung entwickelt werden. Auf dem Kongress fand daher auch ein Forum unter dem Titel "Militarisierung und Patriarchat" statt.

Auch wenn der Ansatzpunkt der Referentinnen, nämlich die Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit als ein Hauptmerkmal patriarchaler Gesellschaften, vor allem die profitwirtschaftliche Seite von Militarismus ausblendete, wurden doch einige interessante Aspekte der Verbindung von Frauenunterdrückung und Krieg dargestellt. Als Beispiel kann hier vor allem der Zusammenhang zwischen Krieg und der Ausbeutung des weiblichen Körpers, als deutlichste und krasseste Form der Diskriminierung von Frauen in Kriegsgebieten, genannt werden. Denn dort ist meistens neben Drogen und Waffen der Handel mit Frauen zum "Marktsegment" geworden. In der Diskussion wurde angeregt, dass es jetzt in der Antikriegsbewegung vor allem die Auseinandersetzung darüber braucht, wie neue feministische Ansätze entwickelt werden können. Verbindungen müssen deutlich gemacht und neue Formen, Räume und Strukturen geschaffen werden, in welchen sich antipatriarchale und somit radikale Widerstandsperspektiven gegen Krieg und Globalisierung entwickeln können.

Frauen im Bündnis

Üblicherweise sind linke Frauen in Bündnissen und auf den Redetribünen unterrepräsentiert. Das gleiche gilt auch für Inhalte, die versuchen ein spezielles Thema, wie etwa Krieg mit der gesellschaftlichen Diskriminierung von Frauen zu verbinden. Deshalb ist es ein positives Signal, dass im Aufruf des Bündnisses gegen die NATO-Sicherheitskonferenz darauf aufmerksam gemacht wird, dass Frauen gesondert von Kriegshandlungen betroffen sind: "Die patriarchalen Struktur von Kriegen und militarisierten Gesellschaften richtet sich verstärkt gegen Frauen und Kinder. Es gibt einen engen Zusammenhang von Krieg und der Zunahme männlicher Gewalt, von Krieg und Vergewaltigung, von Militär und Prostitution."

Neben diesem inhaltlichen Bezug gab es dieses Jahr das erste Mal seit langem wieder einen Aufruf auf der Demo am 8.2. einen Frauen-/Lesbenblock zu organisieren. Nachdem durch das Ende der aktiven Frauenbewegung auch innerhalb der Linken das Thema Patriarchat und Feminismus quasi in Vergessenheit geraten ist, ist es wichtig, dass Frauen dieses Mal wieder ausdrücklich aufgerufen wurden, gegen das Treffen der Weltkriegselite zu protestieren. Da die Demo wesentlich größer wurde als erwartet und die Blockaufteilung nicht wie geplant durchgeführt werden konnte, war auch leider vom Frauen-/Lesbenblock wenig zu sehen.

Was aber zählt, ist die Initiative einen solchen Block zu formieren, denn dabei handelt es sich um den Ausdruck einer positiven Entwicklung, die wieder sichtbar machen möchte, dass Frauen auch spezifische Interessen haben gegen Krieg und Militarismus zu demonstrieren. So gab es auf der Demo sogar einen eigenen Redebeitrag "Gegen Patriarchat und die Militarisierung der Gesellschaft" und Frauen aus dem Bündnis organisierten einen eigenen Treffpunkt für das ganze Wochenende.

Frauen gegen Krieg mobilisieren

Um eine breite Antikriegsbewegung aufzubauen, müssen alle Interessen diskutiert und einbezogen werden. Daher ist es wichtig zu versuchen, auch spezifische Fraueninteressen gegen den imperialistischen Krieg zu mobilisieren. Ein Anknüpfungspunkt kann wie bei der Münchner Mobilisierung die Betroffenheit von Frauen in den Kriegsgebieten sein. Deshalb sollte unsere Antikriegspolitik die Zusammenhänge von militärischer Besetzung und Frauenhandel, Vergewaltigung als Kriegstaktik sowie Armee und Prostitution deutlich thematisieren. Hier geht es sowohl um Frauen als Opfer von Kriegen wie auch um die Rechte von Frauen als Flüchtlinge.

Trixi Blixer

 

 


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