In 56 Städten beteiligten sich über vier Millionen Menschen an den
Demonstrationen. Das sind über 10% der Bevölkerung des Landes, dessen
Regierung unter Ministerpräsident Aznar auf klarem Kriegskurs ist. Die größten
Demos gab es in Barcelona (1,3 Mio.) Madrid (eine Million), Zaragoza
(300.000), Valencia (280.000), Sevilla (250.000) und Bilbao (160.000). Eine
große Rolle bei den Protesten spielten KünstlerInnen und Intellektuelle;
mobilisiert hatten u.a. auch alle größeren Gewerkschaftsverbände.
Großbritannien: Weit über eine Million Menschen
demonstrierten in London, über 100.000 im schottischen Glasgow. Mobilisiert
hatte ein breites Bündnis aus pazifistischen Gruppen, Gewerkschaften,
Labour-Abgeordneten, MigrantInnenverbänden und KünstlerInnen.
Revolutionär-sozialistische Kräfte spielten sowohl bei der Organisierung der
Demos wie auf den Kundgebungen eine sichtbare Rolle.
Italien: Bis zu drei Millionen Menschen protestierten
in Rom nicht nur gegen den drohenden Krieg sondern auch gegen die neoliberale
Politik der Regierung Berlusconi. Auch hier hatten Gewerkschaften einen
wesentlichen Anteil an der Mobilisierung.
Niederlande: Ca. 20.000 Menschen beteiligten sich in
Amsterdam an einer von Friedensgruppen und der parlamentarischen Linken
organisierten Demonstration.
Griechenland: Über 150.000 Menschen beteiligten sich an
einer Demonstration. Nach Angriffen der Polizei auf die starken Blöcke der
radikalen Linken kam es zu schwereren Auseinandersetzungen und zahlreichen
Festnahmen.
Frankreich: In Paris demonstrierten über 200.000
Personen, in Lyon, Marseille,... jeweils noch einmal Zehntausende.
UnterstützerInnen des „Antikriegskurses" der französischen Regierung oder
rechte Kräfte waren dabei marginal. Linke und revolutionäre Organisationen und
die Gewerkschaften CGT, FSU und SUD stellten starke Blöcke.
Portugal: 80.000 Menschen demonstrierten in Lissabon
gegen den Krieg. Aufgerufen hatten die portugiesische KP und der „Block der
Linken", in welchem unsere portugiesischen GenossInnen von der PSR eine
wichtige Rolle spielen.
Ungarn: Trotz drohendem Verbot nahmen 50.000 Menschen an einer
Kundgebung teil, zu welchem Antiglobalisierungs- und Friedensgruppen
aufgerufen hatten.
Beteiligung an den Antikriegsprotesten im Nahen Osten
Ägypten: In Kairo kam es im Anschluss an eine
Demonstration zu schweren Polizeiübergriffen und Verhaftungen. Dreizehn
festgenommene Linke wurden auf der Polizeiwache gefoltert.
Bagdad: 1 Mio. DemonstrantInnen. Staatlicherseits
organisiert.
Gaza: 15.000
Israel: 7.000 Menschen demonstrierten in Tel Aviv
gegen den drohenden Krieg und für den Rückzug aus den besetzten Gebieten.
Libanon: An einer Demonstration in der Hauptstadt
Beirut nahmen 100.000 Personen teil. Aufgerufen hatten u.a. Gewerkschaften und
Frauenverbände.
Syrien: An staatlicherseits orientierten
Kundgebungen nahmen in Damaskus einige hunderttausend Menschen teil. Diese
müssen aber eher als staatliche Propagandaveranstaltungen denn als Ausdruck
einer Antikriegsbewegung bewertet werden.
Türkei: 5.000 nahmen in Istanbul an einer
Demonstration teil, welche von der Linken und Friedensgruppen getragen wurde
und wiesen dabei auf die widersprüchliche Friedenspolitik der Regierung hin.
joe hill