Circa tausend DemonstrantInnen waren angereist, um in der
Innenstadt ein Zeichen gegen die rassistische staatliche Politik zu setzen.
Die neuen Lager sollen Menschen, die nicht abgeschoben werden können, zur
"freiwilligen" Ausreise bewegen. Das geschieht durch die Einschränkung der
Bewegungsfreiheit, regelmäßige Verhöre durch deutsche Behörden und durch
VertreterInnen der vermuteten Herkunftsländer, Arbeitsverbot und Kontrolle der
Anwesenheit durch einen privaten Wachdienst.
Auf der Abschlusskundgebung berichtete ein Flüchtling über
Durchsuchungen mit Hunden, Verhöre und nachts abgestellte Heizungen. Da die
BewohnerInnen des Containerlagers sowieso der Identitätsverweigerung
bezichtigt werden, erhalten sie mangels "Kooperation" häufig nicht einmal die
üblichen 40 Euro monatlich. Gefundenes Geld wird konfisziert, da davon
ausgegangen wird, die Flüchtlinge könnten gar nicht rechtmäßig in seinen
Besitz gekommen sein. Die Zimmer (16 qm für vier Personen) sind überfüllt, die
BewohnerInnen haben keine eigenen Schlüssel und dürfen auch keinen Besuch
empfangen. Noch ist nicht geklärt, welchen Rechtsstatus die BewohnerInnen dort
haben werden. Für die an der Demo teilnehmenden Flüchtlinge war angenehm, dass
die Polizei dieses Mal die Demo wenigstens nicht eskortierte.